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Methoden der empirischen SozialforschungMarktsoziologie

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Marktsoziologie

links: Schafauktion, Australien 2012, rechts: Imbissbude, China 2009
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Die Wirtschaft kapitalistischer Marktwirtschaften kann als ein System mehrerer miteinander verwobener Teilmärkte mit jeweils spezifischen Eigenschaften konzipiert werden (z.B. Arbeits-, Geld-, Medien-, Produktionsgüter- und Konsumentenmärkte). Wirft man den Blick auf einen einzelnen Markt (etwa auf den Friseur- oder Wassermarkt), so fällt auf, dass Märkte nicht ein „Ding an sich“ sind. Vielmehr produzieren, vertreiben und tauschen Zulieferer, Produzenten, Handel und Verbraucher entlang der Wertschöpfungskette („Supply Chain“) Güter und Dienstleistungen gegen Geld, und die Akteure innerhalb einer Akteursgruppe stehen miteinander im Wettbewerb. Weitere wichtige Marktakteure sind Arbeitnehmer, politische Akteure und die Medien. Moderne (Massen-)Märkte sind so gesehen sehr lange und komplexe Interdependenzketten aus individuellen und kollektiven Akteuren. Ausgangspunkt der Forschung des Fachgebiets ist daher die Annahme, dass reale Märkte sozial konstruiert und strukturiert sind und folglich in ihrer konkreten Ausgestaltung national und historisch variieren – es ist die Aufgabe der Forschung, Dynamiken und Funktionsweisen von spezifischen Märkten aufzuzeigen.

Wechselt man die Perspektive auf einzelne Menschen, so fällt auf, dass diese primär über zwei Markttypen an die Wirtschaft gebunden sind: über Arbeitsmärkte (zur Erwirtschaftung von Geld) und über Konsumgütermärkte (zum Kauf von Konsumgütern). Der Arbeitsmarkt ist eines der wichtigsten Allokationsmittel moderner Gesellschaften, das die Lebenschancen von Menschen in fast allen Bereichen des Alltags beeinflusst und Sozialstruktur und Wirtschaft miteinander verbindet. Bindeglied zwischen Sozialstruktur und Arbeitsmarkt sind insbesondere Tarifpolitik, Sozialstaat und das Bildungssystem. Insbesondere die Hochschulen und Wissenschaft setzen in den meisten Industrieländern die Voraussetzungen für individuelle Karriereverläufe.

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Forschungsthemen und Projekte

Ausgewählte Publikationen

Baur, Nina (2013): Märkte verstehen. Die Wiederaneignung der Wirtschaft als soziologisches Thema. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 29.04.2013

Baur, Nina (2013): Was ist eigentlich ein Markt? In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 13.03.2013

Baur, Nina (2013): Konsumgütermärkte als komplexe Interaktionsketten. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 05.04.2013

Baur, Nina (2013): Was ist Soziale Marktwirtschaft? Über die vergessenen Wurzeln des deutschen Neoliberalismus. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 08.03.2013

Baur, Nina (2013): Managergehälter und Armutsbericht. Der Arbeitsmarkt als Mittler zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 07.03.2013

Baur, Nina (2013): Die Koppelung von Arbeitsmarkt und Sozialstaat über das Ernährer-Hausfrau-Modell. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 08.04.2013

Baur, Nina (2013): Der Ernährer und die Hausfrau, oder: Der Arbeitnehmer und die Verbraucherin. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 20.04.2013

Baur, Nina (2013): Der Konsum als vernachlässigtes Thema in der Soziologie. In: SozBlog. Das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Quelle: soziologie.de/blog/ am 18.04.2013

Baur, Nina (2011): Mixing Process-Generated Data in Market Sociology. In: Quality & Quantity 45 (6). 1233-1251. DOI 10.1007/s11135-009-9288-x.

Baur, Nina (2008): Markt. In: Baur, Nina/Korte, Hermann/Löw, Martina/Schroer, Markus (Hg.) (2008): Handbuch Soziologie. Wiesbaden: VS-Verlag. 273-294

Baur, Nina (2001): Soziologische und ökonomische Theorien der Erwerbsarbeit. Eine Einführung. Frankfurt a. M.: Campus

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