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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Methoden-Mix

1. Beschreibung des Forschungsschwerpunkts

Grafik 1: Fächereinteilung entlang der Dimensionen Formalisierbarkeit und Praxisbezug
Lupe

Aus der Wissenschafts- und Hochschulforschung ist seit langem bekannt, dass verschiedene akademische Fachkulturen existieren: Wissenschaftliche Disziplinen unterscheiden sich sehr stark hinsichtlich ihres Wissenschaftsverständnisses und ihres spezifischen Fachwissens. Auch wenn innerhalb eines Faches sehr große Unterschiede existieren, lassen sich verschiedene Wissenschaften idealtypisch entlang zweier Dimensionen ordnen: der Formalisierbarkeit ihrer Theorien und dem Praxisbezug.

Grafik 2: Methoden für angewandte vs. Grundlagenforschung
Lupe

In den vergangenen Jahren gewinnen trans- und interdisziplinäre Forschungen mehr und mehr an Bedeutung. Dies stellt insofern eine methodologische Herausforderung dar, als dass sich durch die Fachkultur jeweils spezifische Anforderungen an die Forschungsmethoden ergeben.

Während sich etwa Disziplinen wie die Planungswissenschaften Wirklichkeit gestalten wollen und damit über das Planungsziel immer auch eine normative Komponente beinhalten, definiert sich die Soziologie als Grundlagenwissenschaft und damit als nicht-normativ: Damit der analytische Blick nicht getrübt wird, soll sich der Forscher im Forschungsprozess möglichst jeglicher Werthaltung entziehen. Spezielle Techniken und Methoden sollen dem Forscher dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.

 

Grafik 3: Methoden für stark und schwach formalisierte Forschung
Lupe

Auch der Formalisierungsgrad von Theorien hat methodologische Konsequenzen:
Für die Theoriebildung eignen sich meist qualitative Methoden besser. Für die Theorieprüfung eignen sich bei schwach formalisierten Theorien qualitative Methoden, bei stark formalisierten Theorien quantitative Methoden.

Der Übergang zwischen qualitativer und quantitativer Sozialforschung ist fließend. Es ist daher nicht sinnvoll, pauschal die eine oder andere Strategie als die „bessere“ zu deklarieren. Vielmehr sollte in Abhängigkeit von der jeweiligen Forschungsfrage entschieden werden, ob eine rein qualitative Strategie, eine rein quantitative Strategie oder eine Mischstrategie – ein sogenannter Methoden-Mix – verfolgt werden soll.

Mit dem Methoden-Mix werden die Ziele Erhöhung der Aussagekraft, Verallgemeinerbarkeit und Güte des Forschungsprozesses verfolgt. Qualitative und quantitative Forschung können kombiniert werden, indem sie phasenweise aufeinander folgen oder komplementär zu einander sind. Dies klingt allerdings in der Theorie leichter, als es in der Praxis umzusetzen ist. Daher hat sich in den vergangenen Jahren vor allem im angelsächsischen Umfeld das Forschungsfeld „Mixed Methods Research“ (MMR) herausgebildet.

2. Ausgewählte Publikationen

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