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TU Berlin

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Waren und Wissen: Raumwissen von Konsumenten und Händlern – Teilprojekt A03 des Sonderforschungsbereichs "Re-Figuration von Räumen" (SFB 1265)

Lupe

Im Projekt „Waren und Wissen“(A03) des Sonderforschungsbereichs „Re-Figuration von Räumen“ (SFB 1265) untersuchen wir, was Händler und Konsumenten beim Kaufen und Verkaufen von Frischeprodukten, d.h. Obst und Gemüse wichtig ist und was sie über diese Produkte wissen. Konkret interessiert uns, welche Informationen, aber auch Gefühle und Meinungen diese verschiedenen Personengruppen über Anbauorte, den Transport sowie die Orte des Verkaufs (sowohl der Laden, als auch das Quartier) haben. Gleichzeitig möchten wir herausfinden, wie sich dieses Wissen auf ihr Kauf- und Verkaufsverhalten auswirkt.

Es geht dabei nicht darum, ob jemand „mehr“ oder „weniger“ weiß oder ob es „besseres“ oder „schlechteres“ Kauf- und Verkaufsverhalten gibt, sondern darum herauszufinden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es z.B. in verschiedenen Berliner Quartieren und Personengruppen gibt.

Konkret untersuchen wir vier verschiedene Quartiere in Berlin (in Marzahn, Neukölln, Prenzlauer Berg und Steglitz), die sich im Hinblick auf die bauliche Struktur, den dort angesiedelten Lebensmitteleinzelhandel und die Zusammensetzung der Anwohner möglichst stark unterscheiden. Wir vermuten, dass sich sowohl bei den Händlern, als auch bei den Konsumenten das Wissen zwischen den Quartieren unterscheidet und, dass sich dieses unterschiedliche Wissen auch auf das Angebot des Lebensmitteleinzelhandels in den vier Quartieren auswirkt.

Da es mittlerweile in Berlin über verschiedenste Anbieter möglich ist, sich Online seine frischen Lebensmittel auszuwählen und dann nach Hause liefern zu lassen, beziehen wir auch diese Angebote in unsere Untersuchung mit ein.

Forschungsdesign und Datenerhebung

Um die forschungsleitenden Fragen möglichst umfassend beantworten zu können, stützt sich dieses Forschungsprojekt auf einen sogenannten Methoden-Mix aus Kartierung, Fotodokumentation, leitfadengestützten Interviews und begleiteten Einkäufen (sogenannten „Walk-Alongs“):

  • Im Rahmen der Kartierung haben mehrere Forscherteams über mehrere Wochen hinweg alle Gebäude und deren Nutzungen in den Untersuchungsgebieten erfasst, um herauszufinden, ob man überhaupt in allen Stadtvierteln alles kaufen kann.
  • Die Fotodokumentation wurde erstellt, um herauszufinden wie sich die Lebensmittelgeschäfte baulich und optisch in den verschiedenen Quartieren einfügen
  • Mit Hilfe von Interviews sollen darüber hinaus Händlern von Obst- und Gemüsewaren sowie Kunden zu Lebensmitteln und dem Lebensmittelhandel in ihrem Quartier befragt werden. Von den Händlern würden wir unter anderem gerne erfahren, warum sie in dem Quartier arbeiten, was sie über das Quartier und ihre Kundschaft wissen, welche Informationen sie über die Frischeprodukte haben und wo sie diese einkaufen. Von den Konsumenten möchten wir unter anderem gerne lernen, warum sie in dem Quartier leben, wie sie den Lebensmitteleinkauf in ihre Alltagsroutinen einbinden, was sie über Lebensmittel und den Lebensmittelhandel in ihrem Quartier wissen, was sie wann und wo warum kaufen, was ihnen beim Einkauf von Obst und Gemüse wichtig ist und auf welche Eigenschaften der Lebensmittel sie achten.
  • Bei den Walk-Alongs möchten wir Konsumenten bei ihrem Einkauf begleiten. Dabei handelt es sich um eine Form der teilnehmenden Beobachtung, durch die wir in Ergänzung zu den Interviews ein möglichst umfassendes Bild über die Praktiken der Konsumenten erhalten wollen. Insbesondere haben frühere Studien gezeigt, dass es Menschen leichter fällt zu erklären, warum sie etwas kaufen, wenn sie dies beim Einkaufen selbst tun.

Weitere Informationen zum Sonderforschungsbereich

Finanzierung

Das Projekt wird aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) innerhalb des Sonderforschungsbereichs SFB 1265 „Re-Figuration von Räumen“ finanziert. Die DFG ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Sie erhält ihre finanziellen Mittel zum größten Teil von Bund und Ländern, die in allen Bewilligungsgremien vertreten sind. Dabei stellen Stimmverhältnisse und Verfahrensregeln wissenschaftsgeleitete Entscheidungen sicher. Nähere Informationen finden sich unter: www.dfg.de

Laufzeit

01/2018 - 12/2021

Projektleitung

Prof. Dr. Nina Baur
Tel.: +49 (0)30 / 314 – 79467

E-Mail: nina.baur@tu-berlin.de

Prof. Dr. Elmar Kulke
Tel.: +49 (0)30 / 2093 – 6814

E-Mail: elmar.kulke@geo.hu-berlin.de

Projektmitarbeiterinnen

Julia Fülling, M.Sc.
Tel.: +49 (0)30 / 314 – 73789

E-Mail: julia.fuelling@geo.hu-berlin.de

Dipl.-Soz. Linda Hering 
Tel.: +49 (0)30 / 314 – 73789

E-Mail: linda.hering@tu-berlin.de

Ergebnisse

Ausgewählte Ergebnisse der Studie werden auf der Projektwebseite veröffentlicht.

Veröffentlichungen

Nina Baur, Julia Fülling, Linda Hering und Elmar Kulke. im Erscheinen. Waren – Wissen – Raum. Die Koordination von Konsumenten und Produzenten in Warenketten am Beispiel des Lebensmittelhandel. Wiesbaden: VS Verlag

Julia Fülling und Linda Hering. Im Erscheinen. Markt – Quartier – Milieu. Wettbewerbsstrategien des Lebensmittelhandels in Berlin. Arbeitsbericht zum interdisziplinären Lehrforschungsprojekt SoSe 2018

Nina Baur, Julia Fülling, Linda Hering und Susanne Vogl. Im Erscheinen. Die Verzahnung von Arbeit und Konsum. S. in: Ernst, Stefanie, und Guido Becke (Hg.), Transformationen der Arbeitsgesellschaft. Prozess- und figurationstheoretische Beiträge. Wiesbaden: Springer VS

Linda Hering und Nina Baur. Im Erscheinen. Die Verschränkung von Lokalem und Globalen an Einkaufsorten. Das Verhältnis von Forminvestitionen, Intermediären und Raumwirkungen in Produktion, Distribution und Konsum von Lebensmitteln in Deutschland und Thailand. Beitrag im Veröffentlichungsband des DGS Kongress 2019

Elmar Kulke. 2017. Wirtschaftsgeographie. 6 Aufl. Paderborn: Schöningh.

Elmar Kulke und Lech Suwala. 2016. Internationalisation of Grocery Retailing in the Global South: General Conditions, Formats and Spatial Expansion Patterns of Selected MNEs. Die Erde 147(3): 187–200.

Cornelia Thierbach, Anna Laura Raschke, Linda Hering und Nina Baur. 2014. Spatial Analysis in the Social Sciences and Humanities. Towards Integrating Qualitative, Quantitative and Cartographic Approaches. HSR – Historical Social Research / Historische Sozialforschung 39 (2), Special Issue.

Nina Baur. 2014. Lokale Variation und Grenzen der Ökonomisierung. Eine figurationssoziologische Perspektive auf das Verhältnis von Ökonomisierung und Raum. Soziale Welt 65(1): 119–129.

Peter Dannenberg und Elmar Kulke. 2014. Dynamics in Agricultural Value Chains. Die Erde 145(3): 121– 126.

Elmar Kulke. 2014. Zurück in die Mitte – Innerstädtische Einzelhandelslandschaften in Berlin. Standort 38(2): 96–100.

Nina Baur und Leila Akremi. 2012. Lebensstile und Geschlecht. In: Jörg Rössel und Gunnar Otte G (Hg.) Lebensstilforschung. Sonderheft 51 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Wiesbaden: VS, S. 269–294.

Gunnar Otte und Nina Baur. 2008. Urbanism as a Way of Life? Räumliche Variationen der Lebensführung in Deutschland. Zeitschrift für Soziologie 37(2): 93–116.

Konferenzen und Vorträge

Nina Baur und Elmar Kulke. Time, Space and the Economy: On Temporal and Spatial Coupling of Consumer-Producer-Interactions. First International Conference of the SFB 1265 “Re-Figuration of Spaces: Mediatization, Mobility, Globalization and Social Dislocation” 20-22.02.2019

Julia Fülling und Linda Hering. Investigation of Urban Food Consumption, Fokussierte Diskussion auf der International Conference on Food Studies, Vancouver, 25./26.10.2018

Nina Baur und Linda Hering. Beitrag „Intermediäre als Mittler zwischen Produktion und Konsum. Ein Vergleich der Organisation der Marktentnahme von Frischeprodukten in Deutschland und Thailand“, zur Ad-Hoc-Gruppe „Agro-Food-Branchen, Nahrungsmittelmärkte und global value chains. Zwischen lokaler Tradition und globalen Wertschöpfungsketten: Produktion, Distribution und Konsum von Lebensmitteln als Gegenstand der Soziologie“ beim DGS, Göttingen, 28.09.2018

Nina Baur. Spatial Knowledge in Consumer-Producer-Interactions, 6.10.2018. Third Annual Conference of the SFB 1199 “Processes of Spatialization under the Global Condition”

Nina Baur, Elmar Kulke und Linda Hering. Vortrag „Waren – Wissen – Raum. Die Koordination von Konsumenten und Produzenten in Warenketten am Beispiel des Lebensmittelhandels“ 19.02.2018 (beim Auftakt-Workshop des Teilprojekts „Waren und Wissen“)

Nina Baur, Elmar Kulke und Linda Hering (Org.). Auftakt-Workshop „Waren – Wissen – Raum. Die Koordination von Konsumenten und Produzenten in Warenketten am Beispiel des Lebensmittelhandels des Teilprojekts „Waren und Wissen: Raumwissen von Konsumenten und Produzenten“ 19./20.02.2018 an der TU Berlin

Lehre

Nina Baur, Julia Fülling, Linda Hering und Elmar Kulke. Markt – Quartier – Milieu. Wettbewerbsstrategien des Lebensmittelhandels in Berlin. Lehrforschungsprojekt im SoSe 2018 an der HU Berlin (interdisziplinäres LFP der Geographie und Soziologie)

 

 

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